Tradition hat ihren Preis: Warum Einzelhändler sich für digitale Strategien entscheiden

Ein Bild eines Mannes mit der Aufschrift „Vordenkerrolle“ Tradition hat ihren Preis: Warum Einzelhändler auf digitale Strategien setzen Von Nick Steggink, Vertriebsleiter: Benelux

Von Nick Steggink, Vertriebsleiter: Benelux

Die Geschichte der Papierflyer ist lang und vielfältig, mit dem ersten Erscheinen im Jahr 1498. Seit Jahrhunderten sind sie ein fester Bestandteil von Marketingstrategien. Ihre Greifbarkeit und vielseitige Verwendbarkeit machten sie einst zu einem dominanten Marketingkanal. Die Veröffentlichung und Verteilung von Papierflyern ist jedoch mit erheblichen finanziellen und ökologischen Kosten verbunden.

Änderungen des bereits strengen Gesetzes zur Verbesserung der Abfallwirtschaft im Jahr 2025 werden zusätzlichen Druck auf Einzelhändler ausüben, ihre Auflage gedruckter Prospekte zu reduzieren oder sogar ganz einzustellen. Die Anpassungen zielen darauf ab, Abfall an der Quelle zu reduzieren, mit spezifischen Maßnahmen wie:

  • Anreize zur Minimierung der Herstellung und Verbreitung von Papierprodukten, darunter auch Broschüren.
  • Größere Verantwortung für die Reduzierung der Umweltauswirkungen von Papierbroschüren und anderen Druckerzeugnissen.
  • Verstärkung und Erweiterung des bestehenden Opt-in-Systems für Papierprospekte in den Niederlanden.
  • Die Förderung und mögliche Stimulierung digitaler Alternativen zu Papier.

Dies beschränkt sich nicht nur auf die Niederlande. Das Gesetz zur Verbesserung der Abfallwirtschaft ist eng mit den umfassenderen Richtlinien der Europäischen Union für eine Kreislaufwirtschaft verknüpft. Andere Länder werden bald folgen. Die Schlussfolgerung? Das Zeitalter des unkontrollierten Drucks und der Verteilung von Papierflyern wird sich ändern.

Für Einzelhändler bedeutet dies sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance. Die Herausforderung besteht darin, sich an diese neuen Vorschriften anzupassen, ohne Kunden zu verlieren. Die Chance liegt darin, digitale Alternativen zu nutzen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und erhebliche Kosteneinsparungen und betriebliche Effizienz zu erzielen.

Eine Sammlung von recycelbaren Gegenständen wie Holzlöffeln, Gläsern und Papierverpackungen neben einem Text mit der Aufschrift „Zero Waste“ (Null Abfall).

Die Kosten und Flexibilität der Tradition

In den Niederlanden kostet die Verteilung einer einzigen Papierbroschüre an alle Haushalte etwa 100.000 bis 150.000 Euro. Bei einer wöchentlichen Verteilung beläuft sich dies auf einen astronomischen Betrag von 7,8 Millionen Euro pro Jahr. Neben den Druckkosten fallen zusätzliche Ausgaben für Design, interne Kosten, Steuern, Transport und Vertrieb an. In Belgien beispielsweise werden erhebliche Steuern auf die Verteilung von Papierflyern erhoben, was die Rentabilität weiter verringert.

Ein versteckter Kostenfaktor ist jedoch Flexibilität, oder besser gesagt, der Mangel daran. Im Printbereich müssen Entscheidungen darüber, welche Produkte beworben werden, oft schon bis zu 26 Wochen im Voraus getroffen werden. Dies macht Einzelhändler anfällig für externe Faktoren, von ungewöhnlichen Wetterbedingungen bis hin zu plötzlichen wirtschaftlichen Veränderungen. Stellen Sie sich einen Winterprospekt voller Schneeschaufeln und Öfen vor, der während einer unerwarteten Hitzewelle auf der Fußmatte landet.

Ein Lieferwagen mit offener Heckklappe, gefüllt mit Stapeln gedruckter Flugblätter, stand vor einem Haus.

Der digitale Vorteil

Der Umstieg auf digitale Prospekte ist nicht nur eine Frage der Gesetzgebung, sondern auch eine kluge finanzielle und betriebliche Entscheidung. Hier ein Beispiel: Ein Einzelhändler, der auf einen dynamischen digitalen Prospekt umgestiegen ist, sparte pro Woche ganze 100 Stunden an Designzeit ein. Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von etwa 498.000 Euro.

Digitale Formate beseitigen auch die Komplexität der Distribution. Anstatt sich um Verzögerungen bei der Distribution oder die physische Erreichbarkeit zu sorgen, kann eine digitale Broschüre direkt über Newsletter, Websites oder Broschürenplattformen verbreitet werden. Und nicht zu vergessen: die Leistung. Newsletter, die neue digitale Broschüren ankündigen, gehören durchweg zu den leistungsstärksten Kampagnen vieler Einzelhändler. Oft werden 80 % über Marketing und externe Kanäle erreicht.

Was digitale Prospekte wirklich auszeichnet, ist ihre Flexibilität. Im Gegensatz zu gedruckten Prospekten können digitale Prospekte in Echtzeit aktualisiert werden. Lagerbestände, Wetteränderungen oder Verschiebungen im Verbraucherverhalten können sofort berücksichtigt werden. Einzelhändler können sogar Hyperpersonalisierung anwenden, bei der Angebote auf individuelle Kundenpräferenzen oder lokale Trends abgestimmt werden.

Dies ist eine Doppelseite aus der digitalen Broschüre des MoMA mit verschiedenen Einrichtungsaccessoires, die von einem Sofa bis hin zu selbstbewässernden Pflanzgefäßen reichen.

Einwände hinsichtlich Reichweite und Ladenbesuch

Eine häufig geäußerte Sorge ist, dass digitale Prospekte die Kundenreichweite verringern oder den Ladenbesuch negativ beeinflussen könnten. Die Daten zeigen jedoch etwas anderes. Hybride Strategien – eine Kombination aus begrenzten Printmedien und robusten digitalen Kampagnen – ermöglichen es Einzelhändlern, sowohl traditionelle als auch digitale Zielgruppen zu bedienen.

Digitale Prospekte verbessern das Einkaufserlebnis. Funktionen wie Wunschlisten oder Warenkorboptionen ermöglichen es Kunden, ihre Einkäufe im Voraus zu planen. Einige Einzelhändler integrieren diese Tools sogar in WhatsApp, wodurch das Einkaufen zu einem nahtlosen und kollaborativen Erlebnis wird.

Entwürfe für das digitale Zeitalter

Ein Wechsel bringt natürlich Herausforderungen mit sich. Er erfordert Investitionen und Anpassungen. Ein häufiger Fehler besteht darin, digitale Broschüren wie Kopien ihrer gedruckten Pendants zu behandeln. Designer, die an Printmedien gewöhnt sind, ignorieren oft die Bedeutung der Optimierung für mobile Geräte – ein entscheidender Faktor, da 90 % der digitalen Broschüren auf mobilen Geräten angezeigt werden.

Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen die einzigartigen Möglichkeiten des digitalen Designs nutzen. Dazu gehören dynamische Elemente, interaktive Funktionen und Layouts, die auf die mobile Nutzung abgestimmt sind. Es geht nicht nur darum, Inhalte online zu stellen, sondern sie für ein neues Medium und einen eigenen Rhythmus im Vergleich zur Papierversion neu zu erfinden.

Die gute Nachricht ist, dass die Kosten für einen Wechsel selten ein Hindernis darstellen. Wenn ein großer nationaler Einzelhändler eine Woche lang auf den Druck verzichtet, kann er den Wechsel zu einer digitalen Lösung wahrscheinlich schon finanzieren. Ganz zu schweigen von der Reduzierung der Designstunden!

Ein Mann, der auf einen Computer schaut, auf dessen Bildschirm Pyramidenmotive in einer Grafikdesign-Anwendung zu sehen sind, daneben ein Farbrad.

Zeit für digitale Innovation und Maßnahmen

Die Botschaft für Einzelhändler in den Niederlanden und darüber hinaus ist klar: Digitale Prospekte sind nicht nur ein Mittel, um Vorschriften zu erfüllen oder „Greenwashing“ zu betreiben. Sie bieten erhebliche Kosteneinsparungen, mehr Flexibilität und eine verbesserte Kundenbindung.

Die Entscheidung ist einfach. Einzelhändler können entweder an ihren reinen Printstrategien festhalten, die mit hohen Kosten und sinkenden Renditen verbunden sind, oder sie können digitale Innovationen begrüßen, sich auf neue Vorschriften einstellen und neue Wachstumschancen erschließen. Beginnen Sie mit einer hybriden Form, Print und Digital!

Bei Publitas sind wir stolz darauf, Einzelhändler bei diesem Wandel zu unterstützen. Mit Tools, die die Erstellung und Verbreitung dynamischer Inhalte vereinfachen, helfen wir Unternehmen, die Anforderungen von heute zu erfüllen und sich auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten. Wir bieten einen umfassenden, beratenden Ansatz für die digitale Transformation, von A/B-Tests bis hin zur Optimierung und Nachbetreuung. So haben Sie einen Partner, der Sie bei jedem Schritt begleitet.

Die Zukunft des Einzelhandels ist digital. Und der richtige Zeitpunkt, um damit zu beginnen, ist jetzt.

Ein Mann mit Brille und lila Hemd

Nick Steggink

Nick Steggink verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung in den Bereichen Vertrieb, SaaS, Betrieb, digitale Transformation, Teamführung, Produktentwicklung und Einzelhandel. Mit einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz in der Leistungsoptimierung für Handels- und Einzelhandelsunternehmen leitet er derzeit das Vertriebs- und Betriebsteam für Publitas.com in der Benelux-Region.

In den letzten acht Jahren hat Nick beeindruckende Ergebnisse erzielt, darunter ein jährliches Umsatzwachstum von mindestens 40 % und die Auszeichnung als bester Verkäufer (weltweit) in zwei aufeinanderfolgenden Jahren (2022, 2023). Darüber hinaus verfügt er über umfangreiche Erfahrung in der Leitung multidisziplinärer Teams, darunter Vertrieb, Datenanalysten, Operations und Produktmanagement.